{"id":10,"date":"2005-10-01T10:44:54","date_gmt":"2005-10-01T08:44:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/?p=10"},"modified":"2005-10-01T10:44:57","modified_gmt":"2005-10-01T08:44:57","slug":"ressource-begeisterung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/archive\/10","title":{"rendered":"Ressource Begeisterung"},"content":{"rendered":"\t<p>Es ist kein Geheimnis mehr, dass keine Ausbildung mehr in eine sichere Anstellung f&#252;hrt. Das hat unterschiedliche Gr&#252;nde. Zum einen ist der Arbeitsmarkt ja bekanntlich nicht sehr entspannt und andererseits sind die Anforderungen an Berufe vielf&#228;ltiger geworden und wandeln sich zu allem &#220;berfluss dauernd. Es bringt also inzwischen weit mehr Anstrengung mit sich, einem Beruf, einer Disziplin zu folgen. Die Anspr&#252;che, so hei&#223;t es, die man selbst an eine berufliche Karriere haben d&#252;rfe, seien einer Arbeitsmarktperspektive unterzuordnen.  Zwar lassen sich Arbeitsmarkprognosen nicht einmal in Planwirtschaften &#252;ber die Dauer eines Studiums hinweg stabil halten, dennoch gibt es nach wie vor Ausbildungen, welchen man einen h&#246;heren Markteinm&#252;ndungswert zuspricht. Junge Menschen, die im Begriff sind, sich ausbilden zu wollen, sehen diese Argumente h&#228;ufig anders.<!--more--><\/p>\n\n\t<p>Ich h&#246;re von Studierenden immer wieder, dass es &#8220;halt Spa&#223; machen muss.&#8221; Ich glaube, nicht alle denken dabei an &#8220;Spa&#223;&#8221;, wie ich das Wort verstehe. &#8220;Spa&#223;&#8221; erinnert mich an Kindergeburtstage, Freizeitparks oder an eine verr&#252;ckte Party. Wenn ich das f&#252;r mich mit &#8220;Begeisterung&#8221; &#252;bersetze, machen diese Aussagen pl&#246;tzlich mehr Sinn. Zumindest, was die Motivation der Studierenden angeht. Das ist zwar nicht alles&#8212;und nicht jeder stellt sich am Ende f&#252;r jede Aufgabe gleich geeignet heraus&#8212;aber es macht einen L&#246;wenanteil aus, wenn es um die hunderachzigprozentige Hingabe geht, die man zur Zeit f&#252;r die beruflichen Aufgaben des Lebens mitbringen muss. Nicht selten l&#228;sst einen dann genau diese Begeisterung jenen Anteil mehr durchhalten, experimentieren, neugierig sein, der gebraucht wird, damit man wirklich gut wird. Leider zerbrechen immer noch viele Existenzen an dem oben angesprochenen Kompromiss. Sie lassen ein wenig, aber leider nicht genug Vernunft walten. Auf Anraten wird dann ein Ziel verfolgt, das man weder erreichen m&#246;chte noch erreichen kann.<\/p>\n\n\t<p>Stimmt hingegen das Handwerkszeug <em>und<\/em> die Begeisterung, so sollte man sich von einer noch so d&#252;steren Prognose bez&#252;glich des eigenen Werdegangs nicht abschrecken lassen&#8212;&#252;berall werden gut Vertreter von Disziplinen und Berufen gebraucht. Nicht immer steht das genau so in Stellenausschreibungen, nicht immer stimmt das sp&#228;tere T&#252;rschild mit dem Namen der Ausbildung &#252;berein. Anders herum, ist eine bestimmte Ausbildung bei weitem kein Garant f&#252;r einen sicheren Arbeitsplatz, geschweige denn f&#252;r eine erfolgreiche Karriere (wie auch immer man diesen Erfolg im einzelnen verstehen will).<\/p>\n\n\t<p>Also bleibt einem nur ein vorsichtiges Abw&#228;gen. Eine allzuschnelle Ablehnung eines zun&#228;chst nicht so attraktiv erscheinenden Werdegangs zugunsten eines vielversprechenderen ist ebenso unsinnig, wie blindes &#8220;Drauflosspa&#223;en&#8221;. Bleibt also das Wissen, dass der Arbeitsmarkt keine Monokultur mit drei vielversprechenden Karrierewegen ist&#8212;und dass infolgedessen in allen Berufen gute Arbeit gebraucht wird.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\t<p>Es ist kein Geheimnis mehr, dass keine Ausbildung mehr in eine sichere Anstellung f&#252;hrt. Das hat unterschiedliche Gr&#252;nde. Zum einen ist der Arbeitsmarkt ja bekanntlich nicht sehr entspannt und andererseits sind die Anforderungen an Berufe vielf&#228;ltiger geworden und wandeln sich zu allem &#220;berfluss dauernd. Es bringt also inzwischen weit mehr Anstrengung mit sich, einem Beruf, einer Disziplin zu folgen. Die Anspr&#252;che, so hei&#223;t es, die man selbst an eine berufliche Karriere haben d&#252;rfe, seien einer Arbeitsmarktperspektive unterzuordnen.  Zwar lassen sich Arbeitsmarkprognosen nicht einmal in Planwirtschaften &#252;ber die Dauer eines Studiums hinweg stabil halten, dennoch gibt es nach wie vor Ausbildungen, welchen man einen h&#246;heren Markteinm&#252;ndungswert zuspricht. Junge Menschen, die im Begriff sind, sich ausbilden zu wollen, sehen diese Argumente h&#228;ufig anders.<\/p>\n ","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}