{"id":1862,"date":"2011-11-21T10:56:09","date_gmt":"2011-11-21T09:56:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/?p=1862"},"modified":"2011-11-21T10:56:09","modified_gmt":"2011-11-21T09:56:09","slug":"stummes-erz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/archive\/1862","title":{"rendered":"Stummes Erz"},"content":{"rendered":"\t<p>Um den Moment gebracht. Weil Du der Moment warst. Und da waren wir uns nun so sicher. Niemand hatte je Gr&#246;&#223;eres erlebt. Und eben das ist der Grund, warum gleichzeitig alle Gr&#246;&#223;eres erleben. N&#228;he ist gro&#223;. Wir sind visuelle Tierchen, und Auditive. Aber das haben wir verlernt. Die Perspektive ist m&#228;chtig. Wir sollen sie zwar einnehmen aber auch &#252;bernehmen (wenn ich mich da mal nicht &#252;bernehme). Die Perspektive erfordert einen Standpunkt. Dabei will ich gerade alles andere als stehen. Jeder Stillstand scheint eine Verschwendung. Mich erschreckt manch neu entdeckter Trieb nach vorne. Weit nach vorne. Rennen. Hamsterrad oder Marathon, Glanz ohne Licht, Geschwindigkeit ohne Ziel. Letzeres ist weniger belastend als es klingt.<\/p>\n\n\t<p><a href=\"http:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/weimar_stummeserz.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1863\" title=\"Weimar, Stummes Erz\" src=\"http:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/weimar_stummeserz-300x238.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/weimar_stummeserz-300x238.jpg 300w, https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/weimar_stummeserz.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n\n\t<p>Ich blicke mich in den &#220;bergangshallen um, sehe einen M&#246;chtegern-Schiller nach dem n&#228;chsten. Wie sie sich wie die Pfauen in eine Zeit tr&#228;umen, die ihnen, w&#228;ren sie wirklich da, nicht als Angst und Schrecken einjagte. Weiter unten, die Stra&#223;e entlang, ist der erste Treffpunkt der Welt, der Menschheit, der neuen Welt immerhin. Der neuen, alten, weil sie f&#252;r die Alten alt ist und f&#252;r die Jungen neu. Das ist kein Naturgesetz. Aber in dieser Stadt&#8212;Glockenschlag, ich kann Dich immer noch sp&#252;ren&#8212;ist das eine Bahn. Somit dehnt sich der Anspruch um gleichzeitige Landgsamkeit und Geschwindigkeit, um die man allenorts mit H&#228;nden und F&#252;&#223;en ringt, mit Musik danach schreit, mit kleinen Performanzien sie zu beschw&#246;ren sucht. Nur hier ist das kein Widerspruch. Es geht hier gleichzeitig. Und die Gesch&#246;pfe, Zwischen- nicht Mittenweltler sind hier so weit gestreut und kommen mir so &#252;blich vor, wie sie normal nie sein werden. Und w&#228;hrend ich in Gedanken hierhin zur&#252;ck reise, soll das f&#252;r mich bereits in mehrfacher Weise Vergangenheit sein. Ich bin kein Nostalgiker und auch kein Technokrat. Irgendwie komme ich mir vor, als sei ich als Mensch irgendwann, viel fr&#252;her, einmal zwischen den Zeilen gelandet. Und ich finde keinen Weg zur&#252;ck auf&#8217;s Lineal. Das macht den Glockenschlag bisweilen dr&#246;hnend, weil ich gleichzeitig eingeschlossen und ausgeschlossen bin. Wie die Glocke selbst, die zwischen Luft existiert und selbstverst&#228;ndlich, soll sie denn t&#246;nen, geschlagen wird. Was w&#228;re auch so falsch daran, ein t&#246;nendes Erz zu sein? Es kommt mir kaum verwerflich vor, sich nicht f&#252;r mehr halten zu m&#252;ssen als etwas, das einen reinen Klang hervorbringt. An dieser Stelle bin ich gen&#252;gsam. Und doch ist das Erz gerade stumm.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\t<p>Um den Moment gebracht. Weil Du der Moment warst. 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