{"id":456,"date":"2008-03-06T11:26:40","date_gmt":"2008-03-06T10:26:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/?p=456"},"modified":"2008-03-06T13:55:42","modified_gmt":"2008-03-06T12:55:42","slug":"ebengeistig-minne-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/archive\/456","title":{"rendered":"Ebengeistig Minne machen"},"content":{"rendered":"\t<p>Was immer der Wahnsinn noch mit mir vorhat. Das bleibt nach wie vor schwer auszumachen. Eindeutigkeiten sind &#252;ber die Zeit h&#228;ufiger geworden, willkommener im Gegen&#252;ber und f&#252;hren dabei insbesondere zu unvermuteten H&#246;henfl&#252;gen. Da mag man&#8217;s hier schwer haben und dort etwas leichter, alles bleibt und bebt. Eine Gl&#252;cksstr&#228;hne, die ein Leben weilt und doch bleibt. Ich frage mich selbst schon lange nicht mehr nach der Rechnung. Auch nicht, ob das wohl verdient sei. Das ist einfach so. Vielleicht ist es, so wie es die Gro&#223;e sagt, einfach Zufall. Vielleicht ist mir auch etwas zugefallen. Aber das sind nur marginale Spitzfindigkeiten, die ich andernorts ja schon als albern verurteilt habe.<br \/>\n<p style=\"text-align: center\"><img src=\"http:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/avamim_00026823.jpg\" alt=\"Ebengeistig Minne machen\" \/><\/p><br \/>\nDa wird ein ganzes Land pl&#246;tzlich zum inh&#228;renten Symbol f&#252;r ein Wagnis. War&#8217;s hier noch Brasilien, dort Australien, ist es in freundig-erwartbarer &#220;bereinstimmung dann wieder Irland. Das Prinzip bleibt. Offenbar liegt uns das Exotische in einer komplexen Form mehr als in der platten Ausf&#252;hrung auf Pauschalreiseninternetportalen (die wirklich allesamt schreiend un&#252;bersichtlich und sehr sehr unergonomisch sind&#8212;aber das ist ein anderes Thema). Auf manch eine Wiederbegegnung muss man erst zehn Jahre warten. Auf eine andere einen Tag. <!--more-->Sehns&#252;chte sind nicht linear und sie sind auch nicht relativ. Wer hier relativiert, ist bereits mindestens einen &#252;blen Tod gestorben. Wer ungefragt tradiert, der nat&#252;rlich auch. <em>Was schreibt er blo&#223; wieder? Ist er nicht Wissenschaftler? Ist da nicht alles relativ?<\/em> Ja, das sage ich Euch heute, das Leben eines Wissenschaftlers ist schon arm und &#252;bel. So v&#246;llig emotionslos vor sich hinbasteln&#8212;im luftleeren Raum ohne Bezug zur Welt. Es g&#228;be also keine Romantik, weil ein Sonnenaufgang kitschig ist. Man k&#246;nne nicht romantisch sein, weil es keinen Sonnenaufgang g&#228;be. Man k&#246;nne ihn nicht genie&#223;en, weil man sein Ph&#228;nomen durchschaut. So dummdreist muss man erstmal sein! Zu glauben, es bed&#252;rfe gesteigerter Erkenntnis um zu erkennen, dass es ihn nicht gibt. Und sich im schlimmsten Fall dann sogar noch intellektuell &#252;berlegen vorzukommen. Situationen wie diese lassen mich peinlich ber&#252;hrt zur&#252;ckstehen. Auch wenn, nein, gerade <em>weil<\/em> ich Pauschalreiseninternetauftritte verachte.<\/p>\n\n\t<p>Derweil genie&#223;en <strike>Entscheidungen<\/strike> Reaktionen, die ganz offensichtlich auf Furcht aufgebaut sind, Konjunktur, w&#228;hrend ich dabei sitze und hin und wieder sogar l&#228;cheln darf: Ebenerdig oder besser noch: <em>Ebengeistig<\/em> meine Lyra auspacke&#8212;wenngleich leider nur die metaphorische. Eine Echte habe ich derzeit nicht. Nicht, weil mir das platonische Element daran so wundervoll gef&#228;llt, sondern weil das f&#252;r den Moment einen Ausweg schafft (und das nicht mal f&#252;r mich). Nein, genauer betrachtet erscheinen mir die platonischen Entw&#252;rfe attraktiver Begegnung irgendwie l&#252;genbehaftet, stumpf fast. Schwing&#8217; die Lyra kleiner Mann, Per-Sona, Per-S&#246;nchen, S&#246;hnchen. Auf dass sie sich zum Tanz fein drehen. Oder drehen und wenden, wie auf einem rostig gewordenen Grill. Wer hier l&#228;nger liest wird wissen, dass es hier kein Fazit gibt. Wer aufmerksam hingeh&#246;rt hat wird auch verstehen, dass es gar keins geben kann. Am Ende, und darum geht&#8217;s ja auch in der Minne, z&#228;hlt das was &#252;brig bleibt. Um nicht zu sagen: was <em>vom Glanz abf&#228;llt<\/em>. Diese Welt ist unglaublich gro&#223;artig. Nicht nur, aber eben auch wegen dieses immensen Widerspruchs, den sie (erstaunlich best&#228;ndig) selbst erzeugt.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\t<p>Was immer der Wahnsinn noch mit mir vorhat. Das bleibt nach wie vor schwer auszumachen. Eindeutigkeiten sind &#252;ber die Zeit h&#228;ufiger geworden, willkommener im Gegen&#252;ber und f&#252;hren dabei insbesondere zu unvermuteten H&#246;henfl&#252;gen. Da mag man&#8217;s hier schwer haben und dort etwas leichter, alles bleibt und bebt. Eine Gl&#252;cksstr&#228;hne, die ein Leben weilt und doch bleibt. 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