{"id":795,"date":"2009-02-13T18:14:59","date_gmt":"2009-02-13T17:14:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/?p=795"},"modified":"2010-05-20T10:58:04","modified_gmt":"2010-05-20T08:58:04","slug":"subharmonische-revolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schattenreigen.de\/schattenlog\/archive\/795","title":{"rendered":"Subharmonische Revolution"},"content":{"rendered":"\t<p>Ein bemerkenswertes Gespr&#228;ch warf die Frage auf, ob eine harmonische Revolution ein Paradox sei. Eine friedliche Revolution ist ja m&#246;glich, wenigstens scheinbar&#8212;w&#228;hrend die Frage bleibt ob im nachhinein als friedlich abgelaufene Revolutionen u.A. nur dann welche sein k&#246;nnen, wenn ein Gewaltpotential (welcher Art auch immer) wenigstens vorhanden war&#8212;wenigstens bei einer der Parteien, oder wenigstens die Bereitschaft: Denn was machen nun zwei Gandhis, wenn sie komplett entgegengesetzter Meinung sind und auch noch etwas davon abh&#228;ngt? Wie lange werden sie sich gegen&#252;bersitzen? Ich denke, friedliche Revolution in Kontrast zu einem real existierenden Aggressor ist da noch verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig einfach.<\/p>\n\n\t<p>Das Dilemma des unaufgel&#246;sten Konflikts:<br \/>\n&#8220;Kennste den schon: Zwei auf Kohlberg-Stufe 6 haben existentielle Meinungsverschiedenheit!&#8221;<\/p>\n\n\t<p>Wenn der Aggressor fehlt, d.h. die Unterdr&#252;ckung in geregelter Ordnung funktioniert (hat hier jemand Phantasien?!), was dann? Mal ehrlich, es ist nicht mehr reaktion&#228;r, eine Demonstration abzuhalten. Solche wirken in letzter Zeit auf viele berechtigterweise eher, wie <img src=\"\/pic\/link.gif\" alt=\"Link\" height=\"11\"> <a title=\"Narri Narro\" href=\"http:\/\/www.laciparle.de\/?p=359\" target=\"_blank\">bunte Karnevalsumz&#252;ge<\/a>. Gehalt liest da keiner mehr raus. Schon gar nicht zivilen Ungehorsam und solcherlei. Ist halt lustig und so. &#8220;Hey, ich glaube, da war vorhin eine Demo gegen Menschenrechtsverletzungen oder sowas, naja, auch egal.&#8221; Das wirft nat&#252;rlich (nicht zum ersten Mal) die Frage auf: Wenn alles erlaubt ist und alles Essentielle erstritten ist, dann geht das Individuum kein Risiko mehr ein. Dann verliert der Souver&#228;n noch den letzten Zahn und ihm (oder ihr) bleibt nichts anderes &#252;brig, als die Suppe auszul&#246;ffeln, die die Staatsdiener (eigentlich als dem&#252;tige Servanten geplant, sich aber zu K&#246;nigen aufspielend) eingebrockt hat. Das steht einem gelegentlich der Sinn nach etwas weniger Harmonie, wenngleich auch nicht grunds&#228;tzlich.<\/p>\n\n\t<p>Was w&#228;re also eine harmonische Revolution? Eine mit durchweg positivem Ausgang? So dumm ist vermutlich kaum jemand. Aber was w&#228;re so ein Konstrukt? Reflexion des inneren Exils (sehr zahnlos)? Als Musikverehrer fiele mir da noch, naja, die <span style=\"text-decoration: line-through;\">Enharmonische<\/span> Subharmonische ein?! Kommt drauf an, was man als &#8220;Harmonie&#8221; versteht. Die reizvollen Verzerrungen des wohltemperierten Klaviers, die niemandem wirklich mehr auffallen? Die Konstrukte, die der Schlagerliebhaber so gerne als &#8220;atonal&#8221; verunglimpft&#8212;und deren Reize ganze Gl&#252;ckskaskaden ausl&#246;sen k&#246;nnen&#8212;alles etwas, das der C-Dur Dreiklang nicht kann, nie konnte?! Ich wei&#223; es nicht, vielleicht ist die Idee grunds&#228;tzlich absurd. Anders herum: Wenn es denn dann n&#246;tig sein sollte, dann richtig?! Komplett unter Adrenalin und Testosteron? Dann hat man wenigstens was davon, bevor mal als Kind der ~ gefressen werden muss?<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\t<p>Ein bemerkenswertes Gespr&#228;ch warf die Frage auf, ob eine harmonische Revolution ein Paradox sei. 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