Beitrags-Archiv für die Kategory 'Hochschullehre'

Warum nicht?

Samstag, 26. Juni 2010 21:20

Es ist etwas daran, Ihr Menschen mit den komplexen, wunderschönen Ideen, geboren aus einer Verlegenheit, aus einer Unsicherheit. Man sagt Euch, dass die Scheiße, die auf Euch herabregnet, eine Chance sei. Und irgendwas will das scheinbar haben, weil dann alles gut sei. Das ist es nicht, Menschen mit den träumenden Augen. Das was ich in Euch sehen durfte, in einer Rolle, die irgendwo zwischen allen Stühlen hängt. Daran soll auch noch so seltsames Gemecker bitte nichts ändern. Neben allen Zugängen, verkrümmten Schlüsseln und seltsamen Verwaltungsabläufen. Fragt mich bitte nicht, was das soll. Ich weiß es nicht. Ich weiß nichtmal, welchen Teil ich in dieser verworrenen Gleichung spiele. Vielleicht bin ich da sowas wie der Bruchstrich. Falls es so einen darin gibt. Ob dem Rahmen der Rahmen fehlt, oder Euer Lachen über das Wort “Objektivität”.

Vertraut dem Wissen halt. Es wird nicht alles falsch sein. Vor allem deshalb, weil ja alles falsch ist. Ihr habt die Schriftrollen entrollt, entwickelt und etwas entdeckt. Etwas Gutes obendrein. Jedenfalls, so weit ich in der Lage bin, das einzuschätzen. Und ich weiß immer noch kein anderes Wort für Design. Ebenso begeistert ich war, seit längerem einmal wieder begeisterte Augen im Blick auf modallogischen Wahnsinn zu sehen, andernorts (räumlich gesehen). Schön, dass man Euch das nicht mehr nehmen kann. Mir ist es einmal mehr eine große Ehre dabei zu sein. Der Zweifel ist eher ein Selbstzweifel. Ihr kennt ihn selbst ganz gut.

Warum ich?

Ich hab da inzwischen so eine Idee:

Warum eigentlich nicht?

Thema: Hochschullehre, Staunen und Zweifeln | Kommentare (0) | Autor: Pablo Pirnay-Dummer

Eine Ära geht zu Ende

Mittwoch, 23. Juni 2010 22:18

Heute, endgültig. Ganz heimlich, leise, während viele nichtsahnend sich der Sonne hingaben. Zum Glück war es eine Schöne, die Letzte. Nicht insgesamt, es war auch gar nicht meine. Die ist lange her. Dennoch ging sie ans Herz. Sehr sogar und  der KoNtExT war erst danach so richtig deutlich und klar. Ich werde pathetisch. Das mag ich sonst nicht. Ich werde nostalgisch. Das mag ich eigentlich noch viel weniger. Traurig auch. Denn sind die Gebäude auch die Gleichen, die Hallen noch in ähnlich weiches Licht getaucht, so ist doch alles anders. So, als habe ich irgendwo lange gewohnt und kehre nach Jahren wieder zurück. Natürlich verändert der Nachmieter alles. Manches vielleicht sogar zum Guten, wer vermag es endgültig zu beurteilen. Aber ich werde mich da nicht mehr auf die gleiche Art zu Hause fühlen. Jetzt, wo er nicht mehr da ist. Der mit dem spitzen Hut. Den Hut, den nicht mal der Kostümverleih noch in originaler Nachempfindung wirklich auftreiben kann. Die vertrauten Situationen, die vielen lachenden Momente, die wiederkehrenden Ärgernisse und wie wir uns damit arrangierten. Manchmal scheint’s fast wie ein Sieg der Bürokraten, und mag man auch versuchen und das Lächeln und die fragenden Gesichter des Nachmieters erkennen, zu schätzen, mehr noch, ja, fast zu lieben lernen. Ein stilles Echo, lautlos fast, und fühlt sich kalt an. So nah.

In Reflexion und Belesenheit hat Simone Pflaum eine sehr schöne Prüfung bestanden und uns gleichermaßen einen Rückblick geschenkt. Eine Prüfung, die in mehrfacher Hinsicht besonders war: Sie ist die letzte angehende Magistra meines so geliebten Fachs in Freiburg. Dank Dir, dank Euch, Ihr verrückten Freigeister und Wahrer der komplexen Ideen. Es war eine schöne Zeit mit Euch. Ich werde mich mit einem Lachen an die schöne Zeit erinnern, wenn ich Euch hier und da begegne.

Indes flattern die behavioralen Belege externaler Motivierung, die Prüfungslisten und Anwesenheitslisten, die Abrechnungen und schnellen Kassen der neuen Zeit rings und quer über meinen Schreibtisch, gleich doppelt ähnlich einem Sieg der Bürokraten, deren verdrehte Revolution kaum aufzuhalten scheint. Ware, Trademark, Ressource, Humankapital. Ich verspreche, ich versuche trotzdem mein Bestes in der Hoffnung es möge genug sein. Denn der Ort, Ihr lieben, verträumten Magister, er ist immer noch magisch. Auch wenn dies nun tiefer als früher vergraben liegt und die Anstrengungen mehr werden.

Morgen fahre ich nach Jena zu einem zweiten Teil eines Blockseminars, eigentlich über Simulation und Planspiele. Dort sitzen zwei handvoll angehende Magister und begegnen mir in im Grunde technologischen Diskussionen mit spontan eingeworfenen Zitaten von Eugen Fink. Man sehe die doppelte Ironie darin und möge sich schelmisch freuen.

Thema: Hochschullehre, Politik und Gesellschaft | Kommentare (0) | Autor: Pablo Pirnay-Dummer

Materielle Schichtungen und Dill-Emma

Sonntag, 20. Juni 2010 8:56

Anton Chechov hatte sich seinen Geschichten bedient um seine Medizin, insbesondere das Praktizieren, zu finanzieren. Ein interessanter Gedanke. Für Behandlungen hat er offenbar nichts verlangt. Er galt jedoch nur als mittelmäßig guter Arzt. Dass er dafür schreiben musste, dafür war ich ihm schon des öfteren dankbar. “Eine langweilige Geschichte” würde ich durchaus zu meinen literarischen Lieblingen zählen.

Jemand, den ich nun kürzlich das große Vergnügen hatte kennen lernen zu dürfen, finanzierte sich sein Medizinstudium durch seine Kunst. Damit hier keine Verwirrungen aufkommen: Es war insbesondere die Malerei und in Teilen die Bildhauerei und eher nicht die Alleinunterhalterei (nur für den Fall). Ein spannender Blickwinkel in immer wieder interessante Biographien. Das ist etwas grundsätzlich Schönes bei der Arbeit mit Studierenden: Nicht alles ist geradlinig, und die spannenden Fälle sind da eher ein guter Garant für das Fehlen einer veritablen Geradlinigkeit. Eine andere Studierende finanziert sich vollständig selbst, und ich habe den Eindruck gewonnen, eine besonders starke Chaosausprägung der Vieltausend-Baustellen ist nicht nur der Antrieb sondern auch das Werkzeug des immer wieder kehrenden Erfolgs. Andere sind erst am erwägen, ob sich ein Ausbruch lohnen könnte und zweifeln an der Instabilität und der mangelnden Kontrolle. Halbes Grinsen, Neugier und hoffentlich ein wenig induziertes kognitives Dilemma. Die Alternative, Verzeihung, Dill-Emma, vielleicht nicht ganz so wünschenswert.

Thema: Alltag, Hochschullehre | Kommentare (0) | Autor: Pablo Pirnay-Dummer

Lecture Prerecording in Bergen

Dienstag, 20. April 2010 9:15

Auf diese Weise habe ich gestern mein Seminar vorbereitet. Das läuft heute in einer Mischung aus Präsenzveranstaltung und Videoaufzeichnung mit Präsentation. Hoffentlich finden die Studierenden zu Hause das nicht zu langweilig. Danke Martina, Iva und Inka für die Organisation zu Hause. Ohne Euch wäre da nichts gelaufen.

So etwas lohnt sich im klassischen Sinne natürlich nicht immer, weil der Aufwand etwas größer ist als eine echte Präsenzveranstaltung. Das war aber geradezu eine für mich funktionierende Art dem Vulkan zu zeigen, dass er mich bitteschön nicht ganz bezwingen kann! Und außerdem kann das Semester wie geplant starten. Ich lasse nicht gerne wegen überhaupt irgendwas Lehre ausfallen. Also auch nicht jetzt! Darüber hinaus gibt es vielleicht einen Wiederverwendungswert. Und dann lohnt es sich doch ab der ersten Wiederholung. Inhaltlich ging es um eine Einführung und die Seminarkonzeption. Wäre das inhaltlich ausführlicher gewesen, dann wäre der Aufwand natürlich nochmal größer. Kleine technische Randnotiz am Ende: Irgendwie gut, das ich mir gerade ein kleines, portables und trotzdem professionelles USB-Mikrofon für Unterwegs besorgt hatte.

Thema: Hochschullehre, Reise | Kommentare (0) | Autor: Pablo Pirnay-Dummer

Lang ist’s her, liebe f-sIDE

Mittwoch, 13. Januar 2010 12:30

Aus konkretem Anlaß, liebe f-sIDE, weil’s ja gerade auf der Seite steht. Da kam mir so ein Gedanke. Es gab früher schon Vortragsreihen der f-sIDE (those were the days). Ist sowas ganz aus dem Interesse der Fachschaft gefallen? Das wär’ doch schade.

Thema: Hochschullehre | Kommentare (0) | Autor: Pablo Pirnay-Dummer

Semesterendetaum’l

Montag, 17. August 2009 17:36

Der eine packt aus, der nächste packt ein. Unidentifizierte Vampir-Viecher (UVV) bissen nach Steffi, hinterließen Spuren und Gips. Grips hatse selbst. Studenten hingen zwischen Klausuren und Events, Semesterabschlüssen und weiteren Unwägbarkeiten, mit halbem Bein im Praktikum und mit dem anderen sonstwo.  Die Proposals sind alle auf dem Weg nach draußen. Letztdrücker wurden’s, wie immer, weil manchmal nicht alles geht, wie es manchmal gehen könnte. Mögen die Gutachter gnädig sein und die finalen Papers den letzten Feinschliff bekommen, den sie aufgrund der Inhalte allemal verdienen. Die kommende Lehre stand klar schon wieder auf der Agenda. Aber ich hatte mir eine Auszeit gegönnt. Erste Augustwoche. Weil ich zunehmend schlafloser und zunehmend unausstehlicher wurde. Also habe ich mir selbst, auf “plattdeutsch”, verzeihung, eine Anti-Scheißkerl-Kur verschrieben. Da sollte also in guter alter Zen-Tradition… ja, was eigentlich… gesoffen? Nee, das ist ja kein Zen. Also: Die Wand angestarrt werden. Und gerade hatte das eine schöne Perspektive bei dem ganzen 3.00 Uhr einschlafen und 7.00 Uhr wieder raus.

So war jedenfalls der Plan. Kam anders. Jetzt vorbei. Urlaub dahin. Zwar 13 Stunden geschlafen am Tag. Aber aus anderen Gründen. Wenig Neues entdeckt in dieser Zeit. Jetzt gibt es längst wieder Deadlines. Was solls. Weiter rudern.

Aus entfernt genannten Gründen erscheint dieser Beitrag drei Wochen zu spät.

Thema: Alltag, Hochschullehre, Wissenschaft | Kommentare (0) | Autor: Pablo Pirnay-Dummer

Die Wahl haben. Hingehen.

Dienstag, 21. Juli 2009 16:06

In meinem Seminar “Simulation Realer Umwelten” wurde ein Simulator fertiggestellt.

Das Link Release-Event ist mit großer Sicherheit einen Besuch wert.

Thema: Hochschullehre | Kommentare (0) | Autor: Pablo Pirnay-Dummer