Aufbruch von Bergen

Ein bedeckter Himmel ohne Niederschläge begleitet mich, wenn ich Bergen nachher in Richtung Oslo verlasse.

Die Bahn wird ja nicht jetzt wegen Feinstaub aufhören zu fahren. Ich erwarte keine Probleme. Eine Spannung und ein Hauch von Abenteuer liegt indes in der Luft. Ist dies doch eine gänzlich andere Art zu Reisen. Dennoch erfasst mich immer eine besondere Schwermut, wenn ich diese Stadt verlasse. Ich habe den Eindruck, dass sie (die Stadt) und ich noch bei weitem nicht das letzte Flüstergespräch geführt haben. Der Dialog, der hier wirklich einer ist, manchmal fast schon zum Begreifen nah, ist ein Zufluchtsort alter und mancher neuer Schwärmereien. Vielleicht so etwas, wie ein Traumrefugium. Auf eine Art habe ich, doch manchmal irgendwie alter Bremer, mal wieder im Schnoor gewohnt. Manches an der Bauart, an den verwinkelten Gassen und insbesondere in den Häusern erinnert doch verdächtig ausdrucksvoll an das alte Bremer Viertel. Hier gibt es bloß wesentlich mehr davon, was die ganze Sache weniger wie ein Museum aussehen lässt. Aus der Perspektive eines inzwischen wenigstens dem Papier nach Erwachsenen, hat diese Ausdehnung seine klaren Reize.

Außerdem lasse ich neu gewonnene Freunde zurück, die sich in den vergangenen Tagen sehr liebevoll um mich gesorgt haben, so dass das gestrandet sein sich manchmal grade heraus wie Urlaub anfühlen wollte. Nicht nur in den Dingen der Wissenschaft, sondern genau genommen in allen Dingen. Die damit einhergehende Seltenheit solcher Gelegenheiten macht das Erlebnis nicht gerade kleiner. Im Gegenteil.

Das kommende Care-Packet wird insbesondere Kaffee und Schokolade enthalten. Ich weiß ja jetzt bescheid.

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Datum: Dienstag, 20. April 2010 9:19
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