Beitrags-Archiv für die Kategory 'Staunen und Zweifeln'

Wider Recht haben

Freitag, 17. August 2018 8:22

Mir fehlt die Perspektive inzwischen, mir zu erklären, warum Irren so abgelehnt wird. Es ist eine der größten Freuden. Wie wär’s denn gewesen, hätte ich eine Welt vorgefunden, wie ich sie mir mit 16 so ausgedacht und erwünscht/erträumt habe? Ich würde wohl vor Langeweile vergehen. Nun wurde es bis hierhin immer besser und besser. Ob das optimistisch ist, vermag ich gar nicht zu sagen. Das Rechthaben aber geht mir immer mehr auf die Nerven. Es ist eine so elendige Zeitverschwendung, und das dies und jenseits der Wissenschaft. Damit möchte ich nicht missverstanden werden: Es ist nicht egal, und ein Fakt ist ein Fakt. Es ist nicht beliebig, wie wir über die Welt nachdenken. Spätestens, wenn dieses Dafürhalten—diese implizite Annahme über wann was warum wahr sein soll—einen Einfluss auf einen anderen hat, dann wird die Erfahrung zum Dämpfer und die Plausibilität mal wieder zum Dampfer der Ignoranz. Es wird nicht wahr, weil ich es für plausibel halte. Allerdings: wer soll’s denn unterscheiden? Daher werde ich bei allzu euphorischer Plausibilität skeptisch. Denn um das Induktionsproblem in meinem Erfahrungsraum zu lösen, müsste ich alles was erlebbar ist auch bereits erlebt haben. So witzig das in der Theorie ja sein mag, so offenkundig sind ausgerechnet die praktischen Einschränkungen: Es gibt nie inzidentiell genug Fälle. Und sobald es sie dann gibt, haben wir wieder das Indizierungsproblem. Tiefenindizierung geht halt nur bei linear bleibender Ähnlichkeit—und die kommt bei mehr als drei Dimensionen ja kaum mehr vor. Ich kann doch nicht darauf vertrauen, zufällig das Richtige erlebt zu haben.

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Auf den Punkt kommen

Montag, 2. April 2018 19:39

I've made a point

Thema: Bild und Kunst, Realität, Staunen und Zweifeln | Kommentare (0) | Autor:

Quantifizierung oder Quantisierung der Begeisterung

Dienstag, 6. März 2018 18:58

So ist er also. Der Alltag. Fragt nicht viel und schüttet den Schreibtisch mit Prozessen voll. Zum Glück ist der stabil. Dazwischen ein Lichtblick mit Stern und einer mit mehreren Sternen. Sterne sind gut. Die vergibt man, oder man bekommt sie. Im Januar habe ich mal welche bekommen. Und das hat sich gut angefühlt. Fast so, als seien sie in der Nähe eines Mondes (ob das ein Mond ist?). Die anderen Sterne sind Quantifizierung oder Quantisierung der Begeisterung. Fast wie nebenbei bekomme ich von einem sehr geschätzten Kollegen ein brandgutes, ein ehrliches, ein reflektiertes Lektorat. Kann sich noch jemand erinnern, als das noch keine Seltenheit war? Wir leben ja heute in… das ist natürlich Blödsinn. Klar, Nostalgie geht immer. Es gibt immer auch andere Zeiten mit anderen Räumen, die um Planeten entfernt seltsam zwischen den Kognitionen hängen bleiben. Seltsame Konnotation. Es gibt heute mehr Gins. Deutlich mehr Gins. Und sie glitzern, wie Utopische Blasen vor arrangierten Bar-Wänden. Offenbar mögen Kunden jetzt eben diesen vielfältigen Geschmack. Das nächste wird Rum oder Tequila—oder Obstbrände. Man weiß ja nie. Im Techniksuperstore stehen wieder Schallplattenspieler. Und Schallplatten. Deren Inhalt ist allerdings etwas dröge. Im Parlament experimentieren sie wieder mit zublödzumohneschreibendarüberzuschreiben. Der Humor stinkt, wie all die ausgetretenen Sneaker in der S-Bahn. Aber der Humor hat immer schon gestunken. Außer, er war nicht lustig. Das ist schon in Ordnung so. Zurück gedacht, als man noch durch Wälder sprang und vor Glück schrie; das Glück ist einfach ein anderes geworden. Es hat sich eine ganz neue geschmackliche Komplexität verordnet. Ansonsten ist es einfach Glück. Unaushaltbar gut. Nichts weiter—aber das Beste. Was mag’s dem Nomaden wohl in den Sinn kommen?! Es wird wohl weiter gezogen. Auch um Räume zu öffnen, die ein Licht aufgehen lassen. Es ist so brachialromantisch schön, wenn ein Licht aufgeht. Ich kann nicht umhin. Da bricht mir jeder Sarkasmus unter der Schuhsohle hinweg. Was soll’s wohl? Für heute: Sonne, Mond und Sterne. Und noch ein wenig Salz.

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Der Kranich – Ein paar Gedichte

Freitag, 3. Februar 2017 11:58

Für alle Lyrikbegeisterte jenseits der zerromantisierten Sinnsprüche und Betroffenheitsanthologien habe ich einen eigenen Beitrag versucht. Der Kranich erzählt Euch etwas vom Befreit-Sein, mal ganz bitterböse, mal versöhnlich, mal nachdenklich und suchend und mal auch verträumt. Für den Kopf und zum Schmunzeln gibt’s einen Beipackzettel als Vorwort. Aber keine Angst, der muss aber nicht zwingend gelesen werden.

Cover des Buchs Der Kranich

Das Cover mit dem bewegten Kranich ist von Stefanie Pirnay.

http://www.epubli.de/shop/buch/Der-Kranich-Pablo-Pirnay-Dummer-9783741884337/60227

Im Buchhandel gibt’s den Kranich natürlich auch zu bestellen.
ISBN 978-3-7418-8433-7

Selbstverständlich kann man auch vorab mal in ein paar Seiten reingucken.

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In between. Worlds. Frames. Framed.

Montag, 11. April 2016 22:24

In Between. Worlds. Frames. Framed.

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Kleine Zeitmaschinen

Montag, 8. Februar 2016 22:47

Das sind jetzt keine echten Zeitmaschinen. Und doch, kleine Maschinen, die ein Betreten der Vergangenheit möglich machen. Wenn man sie fliegen kann. Obschon fliegen gar nicht so sehr der richtige Ausdruck ist. Es wäre ja meist durchdringend langweilig, die verklärten Momente nochmal zu desillusionieren, indem man sie nochmal besucht. Aber nicht immer. Manche Momente, oho, die sind, neu betreten, unglaublich mehr als man sie je verklären könnte. Klar, beim Besuch des Vergangenen, erklärt sich das Große erneut. Und daher muss man die kleinen Biester auch nicht nur technisch fliegen können, sondern auch noch ganz genau überlegen, welchen Momenten man seine Aufmerksamkeit widmet. Man muss sie irgendwie auch intelektuell fliegen können.

Was erhofft sich der Zeitreisende davon? Die Kartharsis wiederholen? Das wäre im Erfolgsfall ja sinnlos. Bleibt dann “nur” Affekt? Aber sicher! Die Altmeister konnten den so wundervoll großartig bedienen. Da werde ich jedes Mal dran erinnert, wenn ich einen (mir ganz besonderen) davon in Halle auf dem Marktplatz freundlich aber gerade so heimlich grüße, dass man mich nicht über das übliche Maß hinaus für verrückt erklärt. Und, oh, habe ich da eine Ehrfurcht. Und eine Dankbarkeit. Saß der, reichlich vollgegessen, verssessen auf den Klang hinter Holz und gab’s der Feder, als gäb’s keinen zweiten Tag! Aber das allein reicht natürlich nicht aus. Tragen doch so viele fast ihr ganzes Wesen in solche Momente. Kultur. Das darf man jetzt schon mal gut finden.

Ich will’s jetzt mal so sagen. Und zwar in voller Überzeugung: Zum Henker mit den Idioten, die den Affekt aus der Musik haben wollten. Ein rein intellektuelles Drahtgitter ist bloß eine tote Struktur. Das ist Form ohne Inhalt (J. Cage), das ist Leerstelle ohne Entwurf, das ist Architektur ohne Fenster und Türen. Ich will damit sagen: Das ist dumm und nicht einfach nur dümmlich. Aber das ist auch faszinierend: Der Kopf lässt sich vortrefflich zur Verdummung einsetzen.

So. Zurück zu den Zeitmaschinen, die mir also ein Fenster in die besondersten aller Momente ermöglichen. Einen Einblick, wer so will, in das allergeheimste dieses seltsamen Wesens, das es immer noch zu erkunden gäbe. So sucht man bis hier hin bestimmt Metaphern in Verlängerung einer irgendwie zu bestimmenden halbendgültigen Sehnsucht. Aber sie sind tatsächlich ganz technisch, ganz profan, komplex und gleichzeitig einfach auf Metaphernebene zu begehen.

In einer langen Kette der Dinge will ich dann auch mal ganz bescheiden und artig Danke sagen, Unchirp, Era-D, refinement, ATR-102, Massive Passive, nur um mal einige Bausteine der durchaus reellen kleinen Zeitmaschinen zu nennen. Denn darin kann man schonmal an ganz besondere Orte zurück fliegen. Auf, los geht’s in die Erinnerung. Der große und eigentliche Dank wurde ja schon sehr oft ausgesprochen. Spero!

Thema: Musik, Staunen und Zweifeln, Technik | Kommentare (0) | Autor:

Erstesantwortgestammel eines Reisenden

Donnerstag, 3. Dezember 2015 21:00

Liebe Hallische Studierendenschaft,

die Worte, die… hmm, nein moment mal, die kommen offensichtlich nicht leicht gerade… also, ich… Ihre Post heute hat mich unglaublich überrascht. Auch habe ich immer noch sehr weiche Knie. Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass mir so etwas einmal passiert. Erfasst habe ich das noch nicht ganz, und mir steht gewiss eine recht schlaflose Nacht bevor. Was Ihr schöner Brief letztendlich bewirken wird, das kann ich mir trotz einiger Jahre Praxis innerhalb vierer Universitäten wirklich nicht vorstellen. Jenseits der politischen Dynamik solcher Dinge sage ich aber: Danke, und zwar von Herzen, für die bislang und garantiert auch noch sehr lange höchste Ehrung, die ich mir überhaupt vorstellen kann. Für mich war das heute ein zutiefst akademischer Moment. Einer, den ich niemals vergessen werde.

Völlig perplex und noch gar nicht ganz wieder beieinander,

von Herzen Ihr
PPD

Thema: Hochschullehre, Staunen und Zweifeln | Kommentare (0) | Autor: